„Ihr wollt auf Weltreise gehen!?“

Wir unterhalten uns mit Freunden, Verwandten oder dem noch unbekannten Menschen in einem Café. Reden über das Leben, die Vergangenheit über Träume, Wünsche und das, was in den kommenden Monaten und Jahren passieren soll. Fast in einem Nebensatz erwähnen wir, dass wir selbst bald eine Weltreise starten und dann passiert etwas Interessantes.

 

 

Große Augen, viele Fragen

Die Mimik des Gesprächspartners verändert sich, es folgt ein Zögern oder ein Bombardement aus Fragen. In den letzten Wochen durften wir so schöne und so unterschiedliche Reaktionen auf unser Vorhaben sammeln, dass wir diese mit dir teilen möchten. So erlebten wir von der vorher unbekannten Arzthelferin, die so viel Begeisterung ausstrahlte, auch wenn sie eine solche Reise selbst nie machen würde, bis hin zu absolutem Unverständnis ungefähr jede mögliche Reaktion. Letzteres war sehr selten, es schreit aber auch nicht jeder sofort „Los geht’s!“

 

Die meisten Menschen, denen wir über die Reise berichteten, konnten unsere Begeisterung verstehen und waren neugierig. Gestellte Fragen waren meist ähnlich. Die Reihenfolge jedoch unterschiedlich. Spannend ist, dass die Gewichtung der Fragen bereits etwas zur persönlichen Einstellung verrät. Träumte jemand selbst schon von einer Weltreise, hat diese aber (noch) nicht verwirklicht, stehen besonders Fragen zu den Zielen oder zur Dauer hoch im Kurs. Steht eine Person dem Ganzen skeptisch gegenüber oder ist eher sicherheitsorientiert, beziehen sich die ersten Fragen meist auf Finanzierung, Wohnung oder Job.

 

 

„Wenn ihr es jetzt nicht macht…“

So scheint es, als löst das Thema Reisen bzw. Weltreisen in Jedem etwas aus. Sei es Neugier, Verwunderung, Skepsis, Bewunderung oder Missverständnis. Für uns ist jede Reaktion wunderbar! Sie führt uns vor Augen, was wir da eigentlich gerade tun. Sie hilft uns, Dinge zu hinterfragen, zu überdenken oder sich in seiner Sache bestätigt zu fühlen. Oft hörten wir den Satz:

 

„Wenn ihr es jetzt nicht macht, macht ihr es nie mehr.“

 

Ob das so ist- keine Ahnung. Für uns war aber definitiv jetzt der richtige Zeitpunkt und den wollen wir nutzen!

 

Um dir zu zeigen wie ein typisches Gespräch vor einer Weltreise aussieht, haben wir ein paar Fragen gesammelt. Wir haben sie nach dem derzeitigen Stand beantwortet, um einen Einblick zu geben, was wir in nächster Zeit so vorhaben.

 

 

Eine Weltreise? Cool… Wo fangt ihr an?

Wir wollen in Australien starten, eine Weile dort arbeiten und dann weiter nach Neuseeland ziehen.

 

 

Was macht ihr mit eurer Wohnung und dem ganzen Inventar?

Unsere geliebte Wohnung haben wir komplett aufgegeben und versucht, so viel Kram zu verkaufen, wie wir konnten. Leider auch unseren treuen Freund Tommy (VW Passat). Wir haben auch einiges verschenkt und viel ausgemistet. Jetzt sind hoffentlich nur noch die Sachen übrig, die wir nach der Reise wirklich gebrauchen können.

 

 

Und wo lagert ihr die Möbel und Kartons?

Möbel haben wir kaum noch. Der Rest stellt unsere Eltern auf die Geduldsprobe 😀 Sie lassen die Zwischenlagerung in ihren Häusern über sich ergehen.

 

 

Und eure Jobs habt ihr aufgegeben?

Jaein. Anne hat ihren Job gekündigt, da sie nach ihrer längeren Reise 2014 Blut geleckt hat und schon eine Weile von einer Weltreise träumt. Christian hat sein Studium abgeschlossen und den Nebenjob aufgegeben. Für uns beide war ein guter Zeitpunkt, um einen Cut zu machen, bevor wir uns zu sehr in das gesellschaftlichen Hamsterrad begeben hätten. Diese Chance wollen wir nutzen, um etwas Neues zu erleben, um einen neuen Lebensabschnitt einzuleiten.

 

 

Wann startet ihr?

Am 14. Mai geht’s mit dem Flieger nach Perth, in das schöne Westaustralien.

 

roter Sand im Karijini National Park

 

Fluss Australien- es bruacht keine Gründe für eine Weltreise

Strand Australien

Fluss Australien bei Sonnenuntergang

 

 

Wie lange wollt ihr unterwegs sein? Ein Jahr?

Wissen wir nicht. Wir verzichten bewusst auf eine „Sicherheit“ wie Job, Wohnung oder Rückflugticket. Ein Ziel dieser Reise soll es sein, einen größeren Abstand zu den Strukturen der westlichen Welt zu bekommen. Wir möchten nicht alles planen. Nicht weil wir zu faul dafür sind, sondern weil das Leben immer Überraschungen mit sich bringt. Und das ist auch gut so.

Wir wollen uns so oft es geht treiben lassen und schauen, wie lange wir unterwegs sein möchten. Das Gefühl, frei entscheiden zu können, was man (wie lange) machen möchte, ist für uns in den letzten Jahren immer seltener geworden. Wir möchten uns dieses Gefühl ein Stück zurückholen und mit etwas Abstand darüber nachdenken, was wir nach der Rückkehr wirklich wollen oder auch nicht wollen.

 

 

Wie finanziert ihr die Reise?

Durch unsere Jobs haben wir einen kleinen Puffer zusammengespart. Der sollte für den Anfang reichen. Wir möchten zu Beginn ca. ein halbes Jahr in Australien arbeiten, um Geld für die weitere Reise zu sparen. Mit dem Working Holiday Visa lässt sich in Australien mit der richtigen Einstellung und etwas Flexibilität ganz gut Geld verdienen. Um einer Frage vorwegzugreifen- einen Job haben wir noch nicht 😉

 

 

Wo wollt ihr Arbeiten?

Am liebsten wollen wir ins australische Outback und dort in einem Roadhouse arbeiten. Wir haben beide Gastronomieerfahrungen und könnten uns gut vorstellen, etwas abgeschiedener zu leben und zu arbeiten, dafür mehr Geld anzusparen als in der Stadt. Solange es sich finanziell lohnt, wir es mit unserem Gewissen vereinbaren können und das Reisen dadurch näher rückt, sind wir recht schmerzfrei.

 

 

Was sagen eure Eltern zu euren Reiseplänen?

Unsere Eltern sind selbst sehr reiselustig. Hätten sie damals die Möglichkeit gehabt, eine solche Reise zu machen, hätten sie es getan. Dementsprechend unterstützen und ermutigen sie uns und sind auch ein kleines bisschen neidisch. Natürlich schlägt das elterliche Herz auch mit etwas Besorgnis, Freude und Unterstützung überwiegen allerdings, worüber wir sehr froh sind.

 

 

Wo wollt ihr überall hin?

Wir möchten vor allem viele Kletterspots auf der Reise ansteuern. Außerdem sind wir auf der Suche nach Ruhe, unberührter Natur und vielen fremden Eindrücken. Da wir beide bereits in Ozeanien unterwegs waren, zieht es uns auch in noch unbekannte Gefilde. So träumen wir von einem Roadtrip von der Südwestküste der USA bis nach Feuerland. Oder von Kanada bis nach Feuerland 😀

 

 

Was nehmt ihr mit?

So wenig wie möglich und so viel wie nötig. Es ist gar nicht so leicht ein gutes Maß zu finden. Einen Überblick des Gepäcks hat Christian für euch hier zusammengestellt.

 

 

Und wie kommt ihr von A nach B?

In Australien wollen wir uns ein Auto kaufen und das Land damit erkunden. Ein Campervan ist sicher eine romantische Vorstellung, die auch uns gefallen würde, allerdings setzen wir eher auf Funktionalität. Wir legen vor allem Wert auf einen Allradantrieb und Robustheit, damit das Auto kein Hindernis ist, auch abgelegenere Ecken zu erkunden. Was nach Australien fortbewegungstechnisch passiert, ist ungewiss. Vielleicht haben wir dann Lust zu Trampen, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einem U-Boot zu reisen 😉

 

 

Kann man eure Reise verfolgen oder sehen was ihr macht?

 Vor einigen Jahren hätten wir noch nicht darüber nachgedacht, einen Blog zu schreiben. Heute sehen wir es als gute Möglichkeit, Freunde und Familie auf dem Laufenden zu halten und unsere Erlebnisse mit anderen Neugierigen zu teilen. Außerdem hat man nach der Reise ein wunderbares Tagebuch. Wir sind mit climbingminds auch bei Instagram vertreten und versuchen regelmäßig gute Schnappschüsse zu posten.

 

 

Kann ich im Koffer mitkommen?

 

Wenn es nach uns geht- los geht’s! 🙂

 

 

Sollte dir dennoch etwas dringend auf der Seele brennen, schreib uns gerne! Neben weiteren Fragen zu unserer anstehenden Weltreise freuen wir uns auch über Anregungen und Tips von deinen persönlichen Erfahrungen.

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